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Speisungsprogramme

In den großen Städten leben ca. 20% der Einwohner unter der Armutsgrenze. Einzelne Israelis und Organisationen (auch das Jaffa-Institut) haben Suppenküchen eingerichtet, die täglich Tausende von hungernden Erwachsenen und Kindern mit einer warmen Mahlzeit versorgen.
Bericht über die Essensausteilung für die notleidende jüdische Bevölkerung in Tel Aviv/Jaffa

Der Hintergrund

Der alte Seehafen Jaffa, in der Bibel "Joppe" genannt, ist eine der ältesten Städte der Welt. Nach der Gründung des Staates Israel im Jahre 1948 wurde Jaffa zur Heimatstadt Tausender jüdischer Einwanderer. Viele von ihnen kamen aus den armen Ländern Nordafrikas und des Nahen Ostens, wie Marokko, Ägypten, Jemen oder Irak. Sie hatten nur geringe Bildung und wenig berufliche Kenntnisse. Zu diesen israelischen Neubürgern kamen dann noch Tausende von jüdischen Einwanderern aus der ehemaligen Sowjetunion hinzu.

Heute hat Jaffa rund 80.000 Einwohner, 80 Prozent von ihnen sind Juden, 20 Prozent Moslems und christliche Araber. Die Stadt hat die höchste Konzentration notleidender und mittelloser Familien in Israel, während es gleichzeitig nur minimale soziale Unterstützung gibt. Der durchschnittliche Monatslohn für männliche jüdische Einwohner von Jaffa liegt bei knapp über 1000 US-Dollar, für arabische Bürger bei weniger als 700 US-Dollar. Eines von fünf Kindern in Jaffa lebt unterhalb des Existenzminimums.

Jaffa ist Israels illegales Drogenzentrum, mit einem komplizierten Netzwerk organisierter Kriminalität und einer im Landesvergleich überdurchschnittlich hohen Zahl von Aidsfällen und Gewaltdelikten in der Familie. Folglich leiden dort viele Kinder an Problemen im Elternhaus, zu denen die ganze Bandbreite von Missbräuchen gehört. In vielen Fällen ist die Familie sogar völlig zerbrochen. Die Erziehung und Ausbildung der Kinder leidet ganz massiv unter diesen widrigen Umständen, weshalb es in Jaffa eine Fülle sozialer Probleme gibt.

Leider ist die Stadtverwaltung Tel Aviv-Jaffa nicht in der Lage, die problematische Situation zu verbessern, weil ihr die finanziellen Mittel fehlen (Jaffa und die nahe gelegene Metropole Tel Aviv haben sich vor einigen Jahren zur Stadt Tel Aviv-Jaffa zusammengeschlossen).

Dies zeigt sich nirgends so deutlich wie im Schulsystem: Die Kinder aus Jaffa haben grosse Lernschwierigkeiten, und weil ihnen die schulische Förderung ebenso fehlt wie menschliche Zuwendung, verlassen viele von ihnen vorzeitig die Schule. Die Folge: Sie geraten an den Rand der Gesellschaft und so in den Kreislauf von Armut, Prostitution, Drogenkonsum und Kriminalität.

Das Jaffa-Institut

Gegründet wurde das Jaffa-Institut im Jahre 1982 von Ze'ev Shaham, einem Offizier der Israelischen Streitkräfte, und Dr. David Portowicz, einem promovierten Sozialpädagogen und Rabbiner aus den USA, der die Einrichtung heute auch leitet. Die Aufgabe dieses gemeinnützigen Institutes besteht darin, den benachteiligten und von Armut betroffenen Kindern und Jugendlichen in Jaffa durch pädagogische und soziale Unterstützung zu helfen. Höchstes Ziel ist es dabei, die Entwicklung dieser Kinder so zu fördern, dass sie leistungsfähige und erfolgreiche Bürger der israelischen Gesellschaft werden.

Angefangen mit einigen wenigen Kindern ist das Institut zu einem international anerkannten Wohlfahrtswerk angewachsen, das mittlerweile 4000 Kindern und Jugendlichen gezielte Unterstützung zukommen lässt - unabhängig von ihrem religiösen oder ethnischen Hintergrund. Rund 30 professionelle Mitarbeiter - darunter Erzieher, Sozialarbeiter und Psychologen - sorgen für ein breites Spektrum von sozialen Diensten und Programmen zur bestmöglichen Förderung der betroffenen Kinder und Jugendlichen.

Das Problem

Zahlreiche Studien haben ergeben, dass Hunger und Unterernährung in Jaffa und im Süden von Tel Aviv stark verbreitet sind. Nachdem das Jaffa-Institut 1982 seine Arbeit aufnahm, erhielten die Kinder zunächst nach der Schule als Mittagsimbiss belegte Brote. Damit sollte die Zeit überbrückt werden, bis sie zu Hause ihr Essen bekommen würden.

Schnell erkannte man jedoch, dass viele Kinder unterernährt waren und eine solche Zwischenmahlzeit bei weitem nicht ausreichte. Das Institut erstellte daraufhin eine genaue Analyse der Unterernährung unter den Kindern. Man fand heraus, dass fast die Hälfte von ihnen nicht ausreichend ernährt war und viele nicht einmal eine warme Mahlzeit pro Tag erhielten.

Die Sozialarbeiter sprachen auch mit den Eltern der Kinder, um die Gründe für die mangelhafte Ernährung herauszufinden. Dabei stellte sich heraus, dass manche Kinder von ihren Eltern vernachlässigt wurden, die Mehrheit der Eltern aber einfach nicht in der Lage war, ihre Kinder ausreichend zu ernähren.
Daraufhin führte das Jaffa-Institut einen Mittagessen-Dienst ein, um die betroffenen Kinder nach der Schule mit einer nahrhaften warmen Mahlzeit zu versorgen. Zur Zeit werden über 400 Mittagessen täglich an den beiden Standorten des Institutes in Jaffa ausgeteilt - für die Kinder und Jugendlichen kostenlos.

So erfreulich diese Einrichtung auch ist - die Mitarbeiter des Jaffa-Institutes haben erkannt, dass sie damit nur die Oberfläche eines weitaus grösseren Problems in der Stadt berührt haben. Zahllose stark unterernährte Familien, zusammen mit Hunderten von sehr armen alten Menschen in der Stadt, können sich keine ausreichende Ernährung leisten!

Die Sozialarbeiter des Jaffa-Institutes haben ermittelt, dass 65 Prozent der Haushalte in ihrer Umgebung nicht über die finanziellen Mittel verfügen, entweder die Kinder oder die Erwachsenen ausreichend zu ernähren, und dass viele der älteren Bürger höchstens eine einzige nahrhafte, ernährungsphysiologisch vollwertige Mahlzeit pro Woche zu sich nehmen!

Die Lösung: Essenausteilung

Das Jaffa-Institut hat kürzlich ein Essenausteilungs-Programm für Jaffa und Tel Aviv erarbeitet. Mit diesem Programm sollen mehr als 1000 verarmte Familien und dieselbe Zahl von sehr armen alten Menschen regelmässig mit nahrhaftem Essen versorgt werden. Zu Beginn dieses Programms wird das Team des Jaffa-Institutes Essenspakete mit verschiedenen Lebensmitteln einschliesslich Konserven und haltbaren Trockenprodukten zweimal monatlich an die notleidenden Familien und armen alten Menschen liefern.

Das Essen wird streng koscher (nach jüdischen Vorschriften) zubereitet und vom religiösen Rat in Tel Aviv überwacht werden. Nach einer Anfangsphase sollen dann täglich auch warme Mahlzeiten an die am härtesten betroffenen Menschen geliefert werden. Alle Empfänger sind der Sozialabteilung von Tel Aviv-Jaffa sowie kommunalen und schulischen Sozialarbeitern bekannt.

Das Institut arbeitet mit verschiedenen Stellen zusammen: mit der gemeinnützigen Organisation L'Tet, die Essen an Agenturen in ganz Israel liefert, die es dann an bedürftige Menschen ausgeben, mit der Sozialabteilung der Stadt Tel Aviv-Jaffa, mit der Tel Aviver Studentenorganisation sowie mit Ehrenamtlichen. Zur Realisierung des Programms werden ein hauptamtlicher Koordinator, ein Administrator in Teilzeit sowie 100 Ehrenamtliche benötigt.

300.000 Dollar für ein Jahr

Zudem ist ein Gebäude erforderlich, wo die Pakete und Mahlzeiten hergestellt werden (wird zunächst gemietet); ausserdem ein Kleinbus zur Auslieferung des Essens sowie Verpackungsmaterial. Die Hauptkosten entstehen durch die Nahrungsmittel (etwa 5000 US-Dollar pro Monat); ausserdem müssen noch die ständigen Ausgaben für Strom, Benzin etc. bezahlt werden. Die Kosten für ein Jahr belaufen sich insgesamt auf rund 300.000 US-Dollar.

Christen an der Seite Israels e.V. unterstützt das Jaffa-Institut schon seit Jahren und hat sich entschlossen, dieses neue und gerade jetzt so wichtige Projekt ebenfalls zu unterstützen

Weitere Informationen geben wir gerne per Email, siehe 'Kontakt'. Spendeinformationen finden Sie hier.